Politik gefährdet freie Presse: Die Keynotes der B2B Media Days 2026

Tausende Fachmedien sichern in Deutschland den Wissenstransfer. Sie sind das Fundament für politische Meinungsbildung. Doch diese Vielfalt ist akut bedroht. Die Politik versäumt es, faire Rahmenbedingungen zu schaffen.

Drei regulatorische Fehlentwicklungen

Die Medienlandschaft steht aktuell vor existenziellen Baustellen:

  • Das Plattform-Monopol: Wenige Tech-Giganten dominieren den digitalen Markt. Sie agieren als willkürliche Torwächter für Sichtbarkeit.

  • KI-Diebstahl (AIO): Suchmaschinen fassen journalistische Inhalte direkt zusammen. Verlagen wird die wirtschaftliche Existenzgrundlage entzogen.

  • Bürokratie: Strengere EU-Regeln für datenbasierte Werbung drohen. Gleichzeitig scheitert eine diskriminierungsfreie nationale Presseförderung.

B2B Media Days 2026: Stimmen aus Berlin

Diese kritischen Themen prägten die B2B Media Days der Deutschen Fachpresse in Berlin. Führende Köpfe der Branche fanden deutliche Worte für die aktuelle Lage.

Marion Winkenbach: Resilienz und Vertrauen

Die Vorsitzende der Deutschen Fachpresse fordert Fokus auf drei Zutaten: Resilienz, Mut und tragfähige Netzwerke.

  • KI bietet enorme Chancen zur Produktoptimierung.

  • Etablierte Fachmedien garantieren hohe Verlässlichkeit ohne Halluzinationen.

  • Über 200 Verbandsmitglieder kooperieren bereits in Arbeitsgruppen.

Philipp Welte: „Wir müssen lauter werden!“

Der scheidende MVFP-Vorsitzende warnt vor einer gesellschaftlichen Vertrauensschmelze. Die europäische Presse vertritt rund 5.500 Publikationen als informierende Infrastruktur.

• Das digitale Geschäftsmodell steht durch unkontrollierte KI-Bots unter massivem Druck.

• Welte beklagt eine „impertinente Ignoranz der Regierenden“ auf Bundes- und EU-Ebene.

• Die Branche muss politisch deutlich hörbarer auftreten.

Sebastian Guggolz: Fehlende Stabilität

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels fordert politische Verlässlichkeit. Die Politik liefert diese Stabilität aktuell jedoch nicht.

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Fazit

Die Verbandsarbeit auf politischer Ebene steht auf dem Prüfstand. Statt die freie Presse wirksam zu schützen, wird sie durch politische Tatenlosigkeit und Überregulierung zunehmend gefährdet.

Quelle: Monique Wüstenhagen; Deutsche Fachpresse